Für das MediNetz Rhein-Neckar engagieren sich etwa 15 Medizinstudenten und Krankenpflegeschülerinnen aus Mannheim und Heidelberg, um die medizinische Versorgung von Menschen ohne Papiere zu gewährleisten. Im Februar 2007 fand die Vereinsgründung statt. Leider gab es bei der Eintragung des Vereins ein paar Probleme, da wir in unserer Satzung den Minderheitenschutz nicht beachtet hatten (ausgerechnet wir!). Doch auch die letzten Hürden der Eintragung und der Anerkennung der Gemeinnützigkeit dürften bald überwunden sein.
Unsere erste große öffentliche Veranstaltung fand im Februar 2007 statt: Wir hatten zu einem Informationsabend Ärzte aus der Umgebung und Vertreter von anderen MediNetzen eingeladen. Ziel war es eine Grundlage für ein funktionierendes Netzwerk in der Region Rhein-Neckar zu schaffen. Dabei war der Erfahrungsaustausch mit dem bereits schon seit mehreren Jahren bestehendem MediNetz Freiburg sehr hilfreich. Besonders freuten wir uns auch über den Besuch aus Marburg, wo innerhalb weniger Monate ein funktionierendes MediNetz entstehen sollte.
Was unser eigenes Projekt betrifft, so konnten wir bald gewährleisten, dass immer Donnerstag von 17.00 -18.00 Uhr eine Sprechstunde in der Plöck 101 in Heidelberg stattfindet. Insgesamt nahmen bisher zwei Patientinnen die Sprechstunde wahr. Über das Handy und andere Organisationen erreichten uns weitere 6 Patienten. Wir stellten dabei fest, dass vor allem ein großer Bedarf im geburtshilflichen Bereich und in der psychotherapeutischen/psychiatrischen Betreuung besteht.
Bei unser Arbeit werden wir sehr unterstützt vom Asyl-Arbeitskreis Heidelberg, in dessen Büro unsere Sprechstunde stattfindet. Im Juli organisierte dieser Verein für uns einen interessanten Vortrag zum Thema Hilfen für traumatisierte Flüchtlinge mit dem Referenten Dr. med. Soeder.
Die Diakonie Heidelberg ist eine sichere Stütze, wenn es um die Versorgung von Deutschen ohne Versicherung geht. Wir freuen uns auch über die enge Zusammenarbeit mit dem Diakoniepfarrer Herrn Barth. So konnten wir Ende September unser Projekt auf dem von ihm geleiteten Afrika-Gottesdienst vorstellen. Dankbar sind wir auch über sein Angebot, für uns einen neuen Werbeflyer im Postkartenformat zu erstellen. Dies ist eine gute Möglichkeit, um auf das Thema Menschen ohne Papiere und deren Probleme öffentlich aufmerksam zu machen und vielleicht den ein oder anderen Mitarbeiter zu gewinnen.
Für die Zukunft haben wir uns vorgenommen, unsere Sprechstunde auch in Mannheim anbieten zu können, sobald wir das von unserem eigenen Mitarbeiterkreis her sicher gewährleisten können. Unser Ziel ist dabei, in akuten Notsituationen schnell und unkompliziert helfen zu können. Dabei wollen wir aber nie unsere Forderung aus den Augen verlieren, dass eine Lösung von politischer Seite her gefunden werden sollte, zum Beispiel über anonyme Krankenscheine, die es in anderen europäischen Ländern bereits gibt. Wir hoffen, dass in absehbarer Zeit ein Treffen aller deutschen MediNetze zu Stande kommt, um dieser Forderung öffentlich Ausdruck zu verleihen und sich politisch Gehör zu verschaffen.
Weitere Informationen: www.medinetz-rhein-neckar.de
Fachschaftsinitiative KLIMA
c/o IPPNW/SCORP-Studierendengruppe
Fakultät für Klinische Medizin Mannheim
Haus 6
Theodor-Kutzer-Ufer
68135 Mannheim
Kontakt: mail[at]medinetz-rhein-neckar.de
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